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10.01.2019

Auf Tuchfühlung mit den Lebensrettern

CDU-Landtagsfraktion auf Klausur in Nürtingen – Vertreter von Rettungsdiensten und Feuerwehren gaben Einblick in ihren Alltag

Von Sabrina Kreuzer 

Die Stadt Nürtingen wählte die CDU-Landtagsfraktion für ihre dreitägige Klausur aus. Im Zuge der Tagung besuchte Innenminister Thomas Strobl mit weiteren Abgeordneten die DRK-Rettungswache in Nürtingen. Im Gespräch mit Vertretern von Rettungsdiensten und Feuerwehren ging es um aktuelle Themen. Es gab aber auch viel Lob für das Ehrenamt. 

Innenminister Thomas Strobl, Staatssekretär Wilfried Klenk und MdL Karl Zimmermann (von links) im Gespräch mit Dr. Jochen Herkommer vom Malteser Hilfsdienst sowie DRK-Rettungssanitäterin Anika Büttel und Rettungsassistent Lukas Klawitter Foto: Kreuzer

NÜRTINGEN. Heute endet die Klausur der CDU-Landtagsfraktion im Best-Western-Hotel. „Bei einer Klausurtagung möchten wir die Möglichkeit nutzen, nach draußen zu gehen und Gespräche zu führen“, meinte Thomas Blenke, innenpolitischer Sprecher. Fern der Landeshauptstadt teilten sich die Arbeitskreise der Fraktion auf: Ein Teil der Abgeordneten besuchte gestern die S21-Baustelle „Wendlinger Kurve“.

Die Arbeitskreise Recht und Verfassung, Inneres, Digitalisierung und Migration sowie Soziales und Integration trafen sich hingegen mit Vertretern von Rettungsdiensten und Feuerwehren aus dem Landkreis, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. „Wir möchten zeigen, dass wir die Arbeit im höchsten Maße wertschätzen“, sagte Blenke. Auch Innenminister Thomas Strobl und Staatssekretär Wilfried Klenk zeigten sich sehr interessiert.

„Es ist toll, wie gut einerseits das professionelle Hauptamt und andererseits auch das engagierte Ehrenamt bei den Wehren und Rettungsdiensten im Kreis funktionieren.“ Weiter betonte Strobl: „Das neue Gebäude des DRK in Nürtingen ist beispielgebend und eine gute Motivation für die Mitarbeiter.“ Nur mit motivierten Mitarbeitern sei eine gute Arbeit am Patienten möglich, so der Innenminister. In den Reihen des DRK, der DLRG, der Malteser, des Technischen Hilfswerks und des Kreisfeuerwehrverbandes Esslingen-Nürtingen freute man sich über das Lob. Haupt- und ehrenamtliche Rettungskräfte nutzten die Gelegenheit, im persönlichen Gespräch ihre Anliegen vorzutragen. Schwer zu schaffen macht der hohe Anteil von Einsätzen, die sich als Bagatell-Fälle erweisen. „In gut einem Drittel aller eingehenden Notrufe wäre es für uns nicht nötig, auszurücken“, zeigte DRK-Rettungsdienstleiter Michael Wucherer auf. Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich kennt dieses Problem auch bei den Wehren: „Die Leute müssen an Erste Hilfe gewöhnt werden, damit sie nicht wegen Kleinigkeiten die Blaulichter rufen müssen.“

Als Lösungsansatz sieht Marc Lippe, Geschäftsführer der Malteser-Kreisgeschäftsstelle, die Aufklärung der Bevölkerung: „Neben verpflichtenden Erste-Hilfe-Kursen sollte schon in der Schule Hilfe zur Selbsthilfe angeboten werden.“ Zum Beispiel in speziell dafür eingerichteten Unterrichtsfächern sei es möglich, schon Grundschülern Krankheitsbilder aufzuzeigen und ihnen beizubringen, auf solche zu reagieren. Eine Suche nach den Symptomen im Internet ist immer häufiger, aber fatal. „Dr. Google macht alles nur noch schlimmer“, meinte Lippe und bekam Zustimmung.

Hilfsfristen werden im Kreis weitgehend eingehalten

Ein weiteres Problem der Rettungsdienste ist die Hilfsfrist. Diese besagt, dass in 95 Prozent der Fälle der Patient innerhalb von 15 Minuten erreicht werden muss. Michael Wucherer vergleicht diese mit einer Bestellung bei einer Fast-Food-Kette: „Nur weil das Essen nach drei Minuten beim Kunden ist, heißt es nicht, dass es auch gut schmeckt.“ Natürlich sei es wichtig, schnell bei Patienten zu sein. In den meisten Fällen schaffe man dies sogar in sechs bis sieben Minuten. Bei Fahrten auf die Alb dauere es zwangsläufig etwas länger. Die Politiker versicherten den Rettern, dass in Zukunft genug Mittel für sie eingeplant seien. „Es ist eine Nachwuchs-Werbekampagne für das Ehrenamt unter dem Blaulicht geplant“, sagte Blenke. Der Nachwuchs müsse gesichert sein und gehalten werden. Bislang haben die Wehren und Rettungsdienste im Landkreis kein Problem damit. Die Konkurrenz sei aber groß, weil alle Organisationen und auch die Kirchen um dieselben jungen Menschen werben.

 
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